Informationen

Impfung: Wo und für wen?

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Corona-Schutzimpfung inzwischen allgemein für Personen ab 5 Jahren. Eine Impfung ist seitens des Landes für diesen Personenkreis grundsätzlich möglich.

Kinder und Jugendliche bis 12 Jahren können derzeit nicht das Angebot der Impfbusse wahrnehmen. Für die Verabreichung der Impfung wenden Sie sich bitte an den behandelnden Kinderarzt.

Mit der 23. Aktualisierung der Impfempfehlung gegen COVID -19 vom 17. November empfiehlt die Ständige Impfkommission folgende Corona-Schutzimpfungen:

Kindern zwischen 6 Monaten und 4 Jahren

Für Kinder unter 5 Jahren liegt aktuell keine generelle Impfempfehlung vor. Kindern dieser Altersgruppe, bei denen eine Vorerkrankung und ein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf besteht, empfiehlt die STIKO eine Grundimmunisierung bestehend aus bis zu drei Impfungen unter Berücksichtigung von durchgemachten SARS-CoV2-Infektionen (möglichst mit Comirnaty von BioNTech/Pfizer in alterszugelassener Formulierung). Bitte besprechen Sie sich hierzu mit dem behandelnden Kinderarzt.
Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in den Empfehlungen der STIKO (Stand 17.11.2022).

Kindern zwischen 5 und 11 Jahren

  • Eine Impfstoffdosis mRNA-Impfstoff für gesunde Kinder unabhängig von durchgemachten SARS-CoV2-Infektionen.
  • Eine Grundimmunisierung, bestehend aus zwei Impfungen mRNA-Impfstoff, und bis zu zwei Auffrischimpfungen mit mRNA-Impfstoff unter Berücksichtigung von durchgemachten SARS-CoV2-Infektionen für Kinder mit Vorerkrankungen.

Die Auffrischimpfung wird für Kinder mit Vorerkrankungen im Abstand von ≥6 Monaten nach abgeschlossener Grundimmunisierung und für Kinder mit Immundefizienz im Abstand von ≥3 Monaten nach abgeschlossener Grundimmunisierung unter Berücksichtigung von durchgemachten SARS-CoV2-Infektionen empfohlen.

Bei individuellem Wunsch von Kindern und Eltern bzw. Sorgeberechtigten kann die vollständige COVID-19-Grundimmunisierung auch bei 5 – 11-jährigen Kindern ohne Vorerkrankungen nach ärztlicher Aufklärung erfolgen.

Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren

  • Eine Grundimmunisierung bestehend aus zwei Dosen im Abstand von 3-6 Wochen sowie eine Auffrischungsimpfung mit Comirnaty von BioNTech/Pfizer nach 6 Monaten bzw. nach 3 Monaten bei Vorliegen einer Immundefizienz unter Berücksichtigung von durchgemachten SARS-CoV2-Infektionen. Bitte beachten sie hierzu auch die entsprechenden Hinweise zu den Auffrischimpfungen. 

Allgemeine Informationen

Bei der Impfung von Kindern und Jugendlichen bis einschließlich 15 Jahren ist das Einverständnis des Impflings nötig sowie die Begleitung von mindestens einer sorgeberechtigten Person, die der Impfung (aus Dokumentationsgründen) schriftlich zustimmt und versichert, dass sie hierzu von etwaigen Mitsorgeberechtigten entsprechend ermächtigt ist. Bei Jugendlichen ab 16 Jahren ist eine schriftliche Einwilligung der Eltern notwendig. Hier können Sie die Einwilligung der Eltern herunterladen.

Unter folgenden Umständen ist gemäß aktueller Empfehlungen von einer Impfung abzusehen.

  • Sie haben eine akute behandlungsbedürftige Erkrankung, insbesondere fieberhafte Infektionskrankheit
  • Altersgrenze: grundsätzlich jünger als 5 Jahre
  • Sie sind schwanger im ersten Schwangerschaftsdrittel (siehe auch Frage: Kann ich mich als Schwangere / Stillende impfen lassen

Weitere Informationen hierzu finden Sie in Kapitel 10 des aktuellen Aufkärungsbogens

Ja. Nach eingehender Beratung und Bewertung der vorhandenen Studien empfiehlt die STIKO Schwangeren ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel und Stillenden die Impfung gegen COVID-19. (siehe: Epidemiologisches Bulletin 38/2021 (rki.de)). Die Empfehlung basiert auf einer systematischen Aufarbeitung der in den letzten Wochen verfügbar gewordenen Daten zum Risiko von schweren COVID-19-Verläufen in der Schwangerschaft sowie zur Effektivität und Sicherheit einer COVID-19-Impfung bei Schwangeren und Stillenden. Studien weisen darauf hin, dass durch die Impfung der Schwangeren auch ein Schutz für das Neugeborene erzielt werden kann.

Die STIKO hat am 10. November konkretisiert, dass Schwangeren unabhängig vom Alter bei einer COVID-19-Impfung der mRNA- Impfstoff Comirnaty von Biontech angeboten werden soll. Schwangeren, die bereits ihre Grundimmunisierung abgeschlossen haben, wird unabhängig vom Alter ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel eine Auffrischimpfung mit dem mRNA-Impfstoff Comirnaty im Abstand von mindestens 3 Monaten zur letzten Impfstoffdosis empfohlen

Bitte beachten Sie, dass eine Impfung mit Nuvaxovid während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen wird.

Die STIKO geht davon aus, dass eine durchgemachte symptomatische oder asymptomatische Infektion mit SARS-CoV-2 nicht ausreicht, um spätere COVID-19-Erkrankungen zu verhindern. Vielmehr haben immunologische Untersuchungen und klinische Beobachtungsstudien ergeben, dass ein solider Schutz vor Infektion und schwerer Erkrankung durch Varianten des SARS-CoV-2 erst durch eine mehrmalige Auseinandersetzung mit dem Spikeprotein von SARS-CoV-2 zu erlangen ist. Dies kann durch eine dreimalige Impfung oder durch eine Kombination von natürlicher Infektion und Impfung (hybride Immunität) erreicht werden. Daher sollen auch Personen mit einer oder mehreren zurückliegenden gesicherten SARS-CoV-2-Infektionen* geimpft werden. Die chronologische Abfolge des Auftretens der drei immunologischen Ereignisse (SARS-CoV-2-Infektion bzw. COVID-19-Impfung) ist dabei unerheblich.

Zwischen den jeweiligen Ereignissen muss jedoch ein zeitlicher Mindestabstand bestehen, damit diese als zwei getrennte, immunologisch wirksame Ereignisse bewertet werden können. Folgende Grundregeln sollten dabei beachtet werden:

  • Der Mindestabstand zwischen der 1. und der 2. Impfung beträgt 3 (Comirnaty, Nuvaxovid) bzw. 4 Wochen (andere Impfstoffe).
  • Zwischen zwei aufeinanderfolgenden SARS-CoV-2-Infektionen muss ein Abstand von >3 Monaten liegen.
  • Die STIKO empfiehlt seit August 2022 (s. 21. Aktualisierung), zwischen einer durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion und einer nachfolgenden COVID-19-Impfung einen Abstand von > 3 Monaten einzuhalten.
  • Der Mindestabstand zwischen zweitem und drittem Ereignis beträgt 3 Monate.
  • Wird der Mindestabstand zwischen zwei Ereignissen unterschritten, wird in der Regel nur das spätere Ereignis als immunologisch wirksames Ereignis gewertet.
  • Zum Erreichen einer bestmöglichen Immunität (hybriden Immunität) wird auch ungeimpften Personen, die drei oder mehr SARS-CoV-2-Infektionen durchgemacht haben, eine Auffrischimpfung empfohlen.

Basierend auf diesen Grundregeln hat die STIKO in Tabelle 7 der 22. Aktualisierung der COVID19-Impfempfehlung für verschiedene Impf- und Infektionsanamnesen das weitere Vorgehen mit den jeweils nötigen Immunisierungen zusammengefasst.

Personen mit einer Indikation für eine 2. Auffrischimpfung die in einem Abstand von > 3 Monaten nach der 1. Auffrischimpfung eine SARSCoV2Infektion durchgemacht haben, wird vorerst keine 2. Auffrischimpfung empfohlen. Tritt die Infektion in einem Abstand von ≤ 3 Monaten auf, wird sie nicht als unabhängiges immunologisches Ereignis gewertet. Die indizierte 2. Auffrischimpfung soll in diesem Fall mit einem Abstand von mindestens 3 Monaten nach der Infektion verabreicht werden.

* Der Nachweis einer gesicherten, durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion kann durch direkten Erregernachweis (PCR) zum Zeitpunkt der Infektion oder durch den Nachweis von spezifischen Antikörpern erfolgen, die eine durchgemachte Infektion beweisen. Die labordiagnostischen Befunde sollen in einem nach der Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen (RiLiBÄK) arbeitenden oder nach DIN EN ISO 15189 akkreditierten Labor erhoben worden sein.

Die aktuelle Empfehlung der STIKO sieht keinen Impfabstand mehr zwischen der Corona-Impfung und der Verabreichung von Totimpfstoffen vor. Unter der Voraussetzung, dass eine Indikation zur Impfung sowohl gegen andere Erkrankungen wie Influenza, sowie gegen COVID-19 besteht, ist die gleichzeitige Verabreichung der beiden Impfstoffe möglich.

Bei einer gleichzeitigen Gabe von 2 Impfstoffen ist zu beachten, dass Impfreaktionen häufiger als bei der getrennten Gabe auftreten können. Wirksamkeit und Sicherheit entsprechen bei gleichzeitiger Anwendung verschiedener Impfstoffe im Allgemeinen denen bei jeweils alleiniger Anwendung.

Eine generelle Impfpflicht für alle Bürgerinnen und Bürger in Deutschland gibt es nicht.

Bisher hat die Ständige Impfkommission (STIKO empfohlen, dass alle im Ausland mit einem nicht in der Europäischen Union zugelassenen Impfstoff geimpften Personen eine erneute Impfserie mit einem in der EU zugelassenen Impfstoff erhalten sollen.

Mit der 19. Aktualisierung der COVID-19- Impfempfehlung vom 31. März 2022 hat die STIKO diese Empfehlung nun angepasst. Eine erneute vollständige Impfserie ist nun nicht mehr in jedem Fall notwendig.

Empfehlung für vollständig Grundimmunisierte
Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) betrifft folgende nicht in der Europäischen Union zugelassenen Impfstoffe:

  • CoronaVac von Sinovac
  • Covilo von Sinopharm
  • Covaxin von Bharat Biotech International Ltd.
    (inaktivierten Ganzvirusimpfstoffe)
     
  • Sputnik V von Gamelaya
    (Vektor-basierter Impfstoff)

Personen, die mit einem dieser Impfstoffe vollständig grundimmunisiert (d.h. zweimal geimpft) worden sind oder eine Grundimmunisierung plus eine Auffrischimpfung mit einem der o. g. Impfstoffe erhalten haben, wird eine 1-malige mRNA-Impfstoffdosis im Abstand von mindestens 3 Monaten zur vorangegangenen Impfstoffdosis empfohlen.

Ist nach abgeschlossener Grundimmunisierung mit einem der genannten, nicht in der EU zugelassenen Impfstoffe eine labordiagnostisch gesicherte SARS-CoV-2-Infektion aufgetreten, soll die mRNA-Impfung frühestens drei Monate nach der Infektion verabreicht werden.

Hierbei ist der altersabhängige Einsatz von Comirnaty und Spikevax zu beachten. Die STIKO empfiehlt den Impfstoff Spikevax von Moderna nur für Personen über 30 Jahre und – unabhängig vom Alter – nicht für Schwangere.

Personen mit einer Impfstoffdosis

Personen, die bisher nur eine Dosis eines der oben genannten Impfstoffe bekommen haben, sollen hingegen eine neue Impfserie mit Grundimmunisierung und Auffrischimpfung gemäß der COVID-19-Impfempfehlung der STIKO erhalten.

Begründung für die Empfehlung

Laut STIKO zeigen aktuelle Daten, dass nach der Grundimmunisierung mit inaktivierten Ganzvirusimpfstoffen, die bisher nicht in der EU zugelassen sind, eine Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff zu einem guten Schutz führe. Dieser sei vergleichbar mit dem Schutz, der mit einer dreimaligen mRNA-Impfung erzielt werde.

Für Sputnik V fehlen laut STIKO bisher entsprechende Daten. Aus immunologischen Gründen sei jedoch davon auszugehen, dass eine einmalige mRNA-Impfung nach Sputnik-V-Grundimmunisierung ähnlich wirksam sei wie die mRNA-Auffrischimpfung nach den Vektor-basierten Impfstoffen Vaxzevria oder COVID-19-Vaccine JCovden.

Empfehlung zu anderen nicht in der EU zugelassenen Impfstoffen

Für Personen, die andere nicht in der EU zugelassenen Impfstoffe als die oben genannten erhalten haben, gilt weiterhin die STIKO-Empfehlung einer erneuten Impfserie mit einem in der EU zugelassenen Impfstoff. Hierbei sind die altersentsprechenden COVID-19-Empfehlungen der STIKO zu beachten.

Die Ständige Impfkommission veröffentlicht mehrmals jährlich das epidemiologische Bulletin. Hier werden ausführlich die Empfehlungen der STIKO zur Verabreichung von COVID-19-Impfungen erklärt.

Die aktuelle Ausgabe des Epidemiologischen Bulletins stammt vom 17. November 2022

Corona-Schutzimpfungen sind grundsätzlich bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten möglich.
Zudem bietet das Land Impfungen in Impfbussen an. Diese Busse fahren flächendeckend durch Rheinland-Pfalz. Geimpft wird ohne Terminbuchung u.a. in Innenstädten, bei Freizeiteinrichtungen, in Sportvereinen sowie an Berufs- und Hochschulen. Auch viele Apotheken, Arztpraxen und Betriebsärzte beteiligen sich an der Impfkampagne.

Weitere Informationen zu Impfangeboten finden Sie auf hier.

Die Impfung ist für alle Bürgerinnen und Bürger kostenfrei und wird vom Staat übernommen.